Erich Pawlu (1934–2022)
Erich Pawlu wurde am 24.02.1934 in Frankenstadt, heute Novy Malin in Tschechien, geboren. Er verstarb am 19.08.2022 in Dillingen.
Pawlu besuchte die Volksschule in Frankenstadt und wechselte im Jahr 1944 auf die Oberschule in Mährisch-Schöneberg.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden rund drei Millionen Deutsche aus der Tschechoslowakei vertrieben, darunter auch Erich Pawlu. Als er in Deutschland angekommen war, besuchte er ab dem Jahr 1946 das humanistische Gymnasium in Ingolstadt.
Nach dem Ablegen seines Abiturs in Ingolstadt studierte er von 1953 bis 1957 Deutsch, Geschichte und Geographie an der Universität München.
Anschließend absolvierte er sein Referendariat am Gymnasium in Regensburg.
Ab dem Jahr 1959 war Erich Pawlu dann Lehrer am Johann-Michael-Sailer-Gymnasium, wo er im Jahr 1996 auch in den Ruhestand ging. Während seiner Zeit als Lehrer am Sailer-Gymnasium war er außerdem Leiter und Referent bei Lehrgängen der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen. Zusätzlich zu seiner Lehrertätigkeit unterrichtete er an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Dillingen Soziologie. Die Berechtigung dafür erwarb er an der politischen Akademie in Tutzing.
Neben seinem Beruf als Lehrer, den er immer voller Herzblut ausübte, war Erich Pawlu ein bedeutender, in ganz Deutschland bekannter Autor.
Dabei kreierte er Schulfunksendungen, Hörspiele oder Rundfunksketche. Außerdem schrieb er selbst Bücher oder Artikel in zahlreichen Zeitungen, wie der Süddeutschen Zeitung oder der Neuen Zürcher Zeitung. Seine Veröffentlichungen erstrecken sich von Erzählungen über Berichte bis hin zu Satiren. Alleine für die regionale Donau-Zeitung verfasste Erich Pawlu über 24.000 Artikel. In seinen Büchern ging es häufig auch um Themen, die Pawlu selbst als Schulfächer unterrichtete. Ein Beispiel dafür ist der Erzählband mit dem Titel „Gestörte Spiele oder Das umgedrehte Hitlerbild“, der im Jahre 1981 erschienen ist, in dem der Verfasser Erzählungen aus Sicht eines Kindes sudetendeutscher Herkunft in der Zeit des Nationalsozialismus niederschreibt und dabei klar aufzeigt, wie grausam das NS-Regime agierte.
Für sein literarisches Schaffen erfuhr Erich Pawlu etliche Auszeichnungen, die hervorheben, wie sehr er die Literatur in seiner Zeit prägte. Beispielsweise erhielt er im Jahr 1998 den Bürgerbrief der Stadt Dillingen. Die höchste Auszeichnung war mit Sicherheit das Bundesverdienstkreuz am Bande, das er im Jahr 2011 überreicht bekam. Außerdem erhielt er im Jahr 2013 die Ehrennadel des Verbands der bayerischen Geschichtsvereine.
Seit dem Jahr 2024 existiert die Erich-Pawlu-Literaturstiftung Dillingen, deren Zweck die Förderung von Kunst und Kultur sowie Heimatpflege durch die Unterstützung von literarischem Schaffen sowie die Unterstützung der Beschäftigung mit Literatur ist. Die Aktivitäten der Stiftung sollen überwiegend einen sichtbaren Bezug zum Raum Dillingen aufweisen und somit das Erbe Erich Pawlus, der durch sein vielfältiges Tun wahrlich als Säule des Johann-Michael-Sailer-Gymnasiums bezeichnet werden kann, bewahren.
Quellen:
-
https://stiftungen.bayern.de/stiftung/13634;jsessionid=5A0F9A6AB85884F228F472969C1F0139
(zuletzt aufgerufen am 05.07.2025) -
https://www.literaturportal-bayern.de/autorenlexikon?task=lpbauthor.default&pnd=130349496
(zuletzt aufgerufen am 05.07.2025)