Jugend debattiert digital am Regionalwettbewerb

Regionalwettbewerb Jugend debattiert Sailer-Schüler beweisen rhetorisches Geschick

 

 Beim Debattieren lernen Schüler, eine eigene Meinung zu entwickeln und sie fair und sachlich zu äußern. Im Wettbewerb Jugend debattiert setzen sie sich fundiert mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinander und schulen ihre sprachliche Ausdrucksfähigkeit.

Im Regionalwettbewerb am 16.3.2021 waren es in der Sekundarstufe II sehr anspruchsvolle Themen, die unsere Teilnehmer vorzubereiten hatten:

 

Runde 1: Soll in der Schule die Teilnahme an Demonstrationen, die während der Unterrichtszeit stattfinden, geworben werden dürfen?

Runde 2: Soll der Online-Handel verpflichtet werden, Retouren wieder oder weiter zu verwerten?

Finale: Sollen Krankenhäuser ohne Gewinnerzielungsabsicht betrieben werden?

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Julia Finster (10a) und Daniel Sharma (Q12) haben den Regionalwettbewerb der Sekundarstufe II am 16.3.2021 für sich entschieden. Nora Kreuzer (Q12) und Johannes Lohner (Q12) waren die Ersatzkandidaten.

Marie Kapfer (Q11) und Sarah Strobel (Q12) kennen diese Kriterien und Regeln, denn sie jurieren seit Jahren sehr erfolgreich bis in den Landeswettbewerb. Sie verteilen mit anderen Juroren (Schüler und Lehrer) die Punkte, die dann zusammengezählt werden und manchmal zum Sieg verhelfen.

Definition der Debatte im Sinne von Jugend debattiert

Eine Debatte im Wettbewerb bei Jugend debattiert dauert insgesamt 24 Minuten. Es debattieren jeweils vier Personen (zwei pro, zwei contra - keine Teams!) über eine Streitfrage, die immer mit "soll" beginnt und die man eindeutig mit "ja" oder "nein" beantworten kann. Bewertet werden die Debatten von (mindestens drei) Juroren, ein so genannter "Zeitwächter" kontrolliert die Einhaltung der Redezeiten. Die Regeln der Debatte sind so gesetzt, dass sich ein überschaubares, lebendiges und sinnvolles Streitgespräch entwickeln kann.

Jeder Teilnehmer hat am Anfang (2 Minuten) und am Ende der Debatte (1 Minute) Zeit, ungestört seine Position zur Streitfrage darzulegen. In der dazwischen liegenden freien Aussprache ohne Moderator haben die Debattierenden 12 Minuten Zeit, ihre Argumente auszutauschen und auszuloten, ob ihre Positionen einander angenähert werden können und damit eine Lösung der aufgeworfenen Streitfrage herausgearbeitet werden kann. Es besteht aber keine Pflicht zur Einigung auf einen Kompromiss.
Ob man dabei seine persönliche Überzeugung oder eine andere Meinung vertritt, bleibt den Debattierenden freigestellt. Ebenso steht jedem frei, seine Position im Verlauf des Streitgesprächs zu ändern. Notwendig ist nur, dass jeder dem anderen aufmerksam zuhört, genau Bezug nimmt und nachvollziehbar begründet, was er den anderen vorträgt.

Bewertet wird der Beitrag jedes Einzelnen zum Gelingen des Gesprächs im Ganzen. Was der Einzelne beizutragen hat, zeigt sich erst im Zusammenwirken mit den anderen Teilnehmern der Debatte, es lässt sich nicht davon isolieren.
Die Bewertung richtet sich nach den folgenden vier Kriterien:

Sachkenntnis:  Weiß der Redner, worum es geht?
Ausdrucksvermögen:  Wie hat er, was er meint, gesagt?
Gesprächsfähigkeit:  Hat er zugehört und die Anderen berücksichtigt?
Überzeugungskraft:  Hat er, was er sagt, auch gut begründet?

Für Julia Finster und Daniel Sharma gab es beim Regionalfinale, der übrigens das erste Mal im Online-Formate ausgeführt wurde, nur positive Kritik nach der Debatte. Die Jury lobte das rhetorische Geschick der beiden ebenso wie die Sachkenntnis. Beide hatten sich sehr konzentriert und detailliert auf den Wettbewerb vorbereitet. Beide brachten sie mit sprachlicher Genauigkeit in die Debatte ein. Beide erkannten inhaltliche Schwachstellen der Kontrahenten. Beide waren motiviert den Wettbewerb zu gewinnen – und strahlten am Ende als Sieger. Zurecht, wie auch Nora, Johannes, Sarah und Marie nach dem Wettbewerb bei der Online-Gratulation äußerten. Alle vier lauschten der Finaldebatte angespannt und neugierig und waren über das Ergebnis erfreut und erleichtert.

Nun heißt es: Vorbereiten auf den Landeswettbewerb im April. Auch er wird coronakonform online ausgetragen.

Wir wünschen Julia und Daniel viel Erfolg und drücken die Daumen, damit sie beim Wettbewerb die richtigen Worte finden, denn:

„Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist derselbe Unterschied wie zwischen dem Blitz und einem Glühwürmchen.“
(Mark Twain)

Schlagen ihre Worte und Reden wie Blitze ein, dann könnten sie im Sommer im Bundeswettbewerb in Berlin stehen. Vielleicht können wir am Sailer dann erstmals in Berlin sagen:

 

Ute v. Egloffstein